Augen auf beim Tennis:
Unser Besuch beim OTeV
Wie wichtig einwandfreies Sehen im Sport ist, wird oft unterschätzt – dabei entscheidet die visuelle Wahrnehmung gerade in schnellen Sportarten wie Tennis häufig über Erfolg oder Misserfolg. Als Sponsor des Oldenburger Tennisverein (OTeV) haben wir das Training der Spieler aus der Landes- und Oberliga besucht und dort auf spielerische Weise getestet, was die Augen wirklich leisten.
Aufschlag mit Handicap: Zielen mit und ohne klarer Sicht
Zum Auftakt der kleinen Challenge ging es direkt aufs Feld: Die Spieler traten nacheinander zum Aufschlag an – einmal mit freiem Blick, einmal mit einer sichtverzerrenden Brille. Es wurde etwas Frischhaltefolie in die Gläser einer Schwimmbrille gelegt, um realistisch eine Fehlsichtigkeit zu simulieren. Ziel war es, mit dem Aufschlag ein Hütchen zu treffen. Was für die meisten ohne Brille noch recht gut klappte, wurde mit eingeschränkter Sicht zur echten Herausforderung. Nur Sebastian Strehle hat bewiesen, dass Erfahrung seinen Wert hat und es geschafft sogar mit der Brille ein Hütchen weg zu zimmern. Noel Schöne fasste zusammen: “Das ganze Gefühl ist weg. Das ganze Einschätzen ist wirklich für den Müll. Es hat auf jeden Fall Spaß gemacht aber man merkt auf jeden Fall den Unterschied. Das ging einfach nicht”.Das Fazit: Die Augen sind im Tennis genauso entscheidend wie Technik und Timing.
Balanceakt mit geschlossenen Augen
Weiter ging es mit einem Gleichgewichtstest: Im Einbeinstand mit geschlossenen Augen mussten die Spieler ihre Balance halten – eine Übung, die verdeutlicht, wie sehr wir uns im Alltag (meist unbewusst) auf unsere Augen verlassen. Wer hätte gedacht, dass so erfahrene Athleten beim Gleichgewicht ohne visuelle Reize ins Straucheln geraten? Hier hat Spieler Bernhard Freese geglänzt und volle Konzentration und Balance bewiesen.Doch auch hier wurde schnell klar: Gutes Sehen unterstützt nicht nur die Koordination, sondern auch die Körperkontrolle.
Reaktionsfähigkeit ist Ansichtssache
Zum Abschluss standen zwei Reaktionstests auf dem Programm, bei denen die Hand-Augen-Koordination gefordert war. Zunächst standen sich jeweils zwei Spieler gegenüber und plazierten die Hände ausgestreckt über die des anderen, während ein Spieler zwei Bälle in der Hand hielt. Dann ließ dieser einen der beiden Bälle die er in der Hand hielt fallen. Der Gegenüberstehende Spieler musste blitzschnell reagieren, um den fallenden Ball aufzufangen bevor dieser den Boden traf. Die Augen mussten in Sekundenschnelle Bewegungen erfassen und das Gehirn die passenden Reize setzen. Gerade im Tennis ist das essenziell: Der Bruchteil einer Sekunde entscheidet darüber, ob ein Ball retourniert oder der Punkt verloren ist. Till Möllers Sinne waren wohl noch von der mündlichen Abiturprüfung geschärft, die er nur wenige Stunden zuvor abgelegt hatte – denn er bewies eindrucksvoll, wie ausgereift seine Augen-Hand-Koordination ist.
Anschließend stand der eine Partner mit dem Rücken vor dem anderen. Auf das Kommando “Hep!” dreht sich dieser um und muss den Ball fangen, der ihm bereits einen Augenblick vorher zugeworfen wurde. Ganz schön anstrengend und anspruchsvoll. Zusammenfassend sagt Gary Gerr “Es hat auf jeden Fall Spaß gemacht. Es ist aber sehr schwer, vor allem wenn es so windig ist wie jetzt. Wenn der Ball dann in der Luft ist und er nicht dahinkommt wo man ihn eigentlich gezielt hingeworfen hat. Man sieht den Ball dann kaum noch. Es ist wirklich eine Herausforderung”.
Fazit: Sehen ist Leistung
Unser Besuch beim OTEV hat gezeigt, wie sehr die visuelle Wahrnehmung mit sportlicher Leistung verknüpft ist – und wie spannend es ist, diese Zusammenhänge spielerisch zu erleben. Als Augenklinik freuen wir uns, die ambitionierten Sportler:innen des OTEV nicht nur finanziell zu unterstützen, sondern ihnen auch mit fachlichem Know-how rund um das Thema Sehen zur Seite zu stehen.
Wir bedanken uns für den offenen Empfang und den sportlichen Einsatz – und freuen uns auf die nächste Begegnung auf dem Platz!
Besuche unseren Instagram-Account und schaue das Video zu unserem Besuch beim OTeV an.