Am Tag der Augenlaserbehandlung – und was Sie davor wissen sollten
Keine Sorge – das Wichtigste ist bereits geschafft.
Die umfassende Voruntersuchung wurde bereits durchgeführt, sorgfältig ausgewertet und die Behandlung individuell geplant. Sie können dem Tag des Eingriffs also ganz entspannt entgegensehen.
Die Voruntersuchung – getrennt vom Behandlungstag
Nachdem Sie sich für ein Leben mit besserem Sehen ohne Brille entschieden haben, beginnt der Prozess mit einer ausführlichen Voruntersuchung – diese findet zeitlich getrennt vom eigentlichen Behandlungstermin statt.
Video hat keinen Ton
Wichtig zur Vorbereitung:
Damit die Messergebnisse möglichst genau sind, sollten Sie:
- Harte Kontaktlinsen mindestens 3 Wochen vor der Untersuchung absetzen
- Weiche Kontaktlinsen mindestens 2 Wochen vorher nicht mehr tragen
Für die Planung einer Augenlaserbehandlung sind verschiedene Messungen notwendig. Diese erfolgen ohne direkten Kontakt zum Auge – also vollkommen schmerzfrei und hygienisch sicher.
Im Einzelnen werden folgende Verfahren eingesetzt:
Scheitelbrechwertmesser
Ermittelt die Stärke Ihrer aktuellen Brillengläser oder Kontaktlinsen – auch bei prismatischen Korrekturen.
Autorefraktometer
Misst automatisiert die Brechkraft des Auges bei wechselnder Pupillengröße, (dynamische Refraktion).
Laserinterferenz-Biometrie
Bestimmt die genaue Länge des Auges (Vorder- und Hinterkammer) sowie die Brechkraft der Hornhaut an exakt definierten Punkten.
Subjektive Sehschärfenprüfung
Erfolgt über gezielte Befragung und Vergleich – typischerweise mittels Kreuzzylindermethode, um den individuellen Brechkraftfehler zu bestimmen.
Video-Keratographie
Erstellt eine hochauflösende Vermessung der Hornhautvorderfläche – mit ca. 25.000 Messpunkten. Das Ergebnis ist eine Art „Landkarte“ der Hornhaut – ähnlich einem Fingerabdruck, individuell und einzigartig.
Bleiben Sie ganz entspannt – alles Wichtige ist bereits erledigt.
Die individuell berechneten Behandlungsdaten (Normogramme) sind bereits auf den Lasergeräten hinterlegt. Wir erwarten Sie – gut vorbereitet und mit einem erfahrenen Team an Ihrer Seite.
Wichtige Hinweise vor dem Eingriff
- Kommen Sie bitte in Begleitung. Direkt nach dem Eingriff sind Sie nicht fahrtüchtig.
- Bringen Sie bitte folgende Unterlagen mit:
– Ihre schriftliche Einwilligung zum Eingriff
– Die Kostenübersicht, falls noch nicht abgegeben - Tragen Sie bitte kein Make-up – mindestens zwei Tage vor dem Eingriff.
Beruhigung vor und während des Eingriffs
Falls Sie vor dem Eingriff nervös sind, ist das ganz normal. Auf Wunsch erhalten Sie etwa 20 Minuten vor Beginn eine beruhigende Tablette. In der Regel genügt es jedoch, wenn wir Ihnen vorab und auch während der Behandlung genau erklären, was passiert – auch unter dem sterilen Tuch.
Die Betäubung erfolgt lokal durch Augentropfen – zwei Anwendungen im Abstand von fünf Minuten reichen aus. Es sind keine Spritzen notwendig.
Ablauf des Lasereingriffs
- Der eigentliche Eingriff dauert zweimal fünf Minuten – ein Auge nach dem anderen
- Dazwischen gibt es eine Pause von etwa sieben Minuten
- Nach dem Eingriff werden beide Augen vorübergehend abgedeckt
- Sie ruhen sich anschließend 30 Minuten im Ruheraum aus
- Danach erfolgt eine abschließende Kontrolle im Untersuchungsraum
- Die gesamte Aufenthaltsdauer bei uns beträgt etwa 70 Minuten
Verhalten am Nachmittag
Nehmen Sie sich für den Rest des Tages nichts Besonderes vor.
Gönnen Sie sich Ruhe, schließen Sie die Augen, hören Sie Musik oder ein Hörbuch – möglichst mit geschlossenen Lidern.
So wird die Hornhaut optimal befeuchtet, und der Flap (Hornhautdeckel) kann geschützt anwachsen.
Hinweise für die ersten Tage nach der Behandlung
- Bitte reiben Sie nicht an den Augen – weder bewusst noch unbewusst
- Der Flap wird nicht genäht oder geklebt – er wächst von selbst wieder an
- Für die ersten Nächte erhalten Sie von uns eine weiche Schutzbrille aus Schaumstoff, die ungewollte Berührungen im Schlaf verhindert
Geben Sie sich Zeit zur Erholung.
Planen Sie für die ersten zwei bis drei Tage nach dem Eingriff eine berufliche Auszeit ein. In dieser Phase gewöhnt sich das Auge an die neuen Sehbedingungen. Ein leichtes Fremdkörper- oder Trockenheitsgefühl ist in den ersten Tagen völlig normal.
Sie erhalten von uns:
- Tränenersatzmittel
- antibiotische und entzündungshemmende Augentropfen
- einen individuell abgestimmten Tropfplan
- zwei Schutzbrillen – eine für den Tag, eine für die Nacht
- eine Notfallliste mit Telefonnummern, unter denen wir auch abends und am Wochenende erreichbar sind
Was sollte ich in den ersten zwei Wochen vermeiden?
Verzichten Sie in der Anfangszeit auf alles, was die Augen zusätzlich reizen könnte, insbesondere:
- Zugluft durch Klimaanlagen oder Gebläse (z. B. beim Autofahren)
- längere Bildschirmarbeit
- verrauchte oder stark trockene Räume
- Saunagänge
- Kontakt mit chlorhaltigem Wasser in Schwimmbädern
Sport und körperliche Aktivität
Vermeiden Sie für mindestens zwei bis vier Wochen:
- Kampfsportarten oder jegliche Kontaktsportarten
- Ballsportarten die „ins Auge gehen“ könnten (z. B. Tennis, Badminton)
Der Hornhaut-Flap benötigt etwa vier Wochen, um wieder vollständig in das Gewebe einzuwachsen. In dieser Zeit können Scherkräfte – etwa durch Schläge oder unbewusstes Augenreiben – zu Komplikationen führen.
Was ist in den ersten Wochen beim Sehen zu erwarten?
In der ersten Woche kann die Sehschärfe noch schwanken. Der Tränenfilm ist in dieser Phase oft noch instabil – dadurch kann es vorkommen, dass ein Auge kurzfristig besser oder schlechter sieht als das andere.
In den ersten vier Wochen laufen noch Anpassungsprozesse ab:
- Der Flap glättet sich weiter
- Die oberste Zellschicht der Hornhaut (Epithel) regeneriert und verdickt sich leicht
- Kleinste Unebenheiten auf mikroskopischer Ebene werden ausgeglichen
Nach etwa vier Wochen ist der Heilungsverlauf weitgehend abgeschlossen, und das Sehvermögen bleibt dann in der Regel stabil.
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