Komplikationen und Nebenwirkungen ...

... in Folge einer Laserbehandlung an der Hornhaut

Der Lasereingriff am Auge ist ein medizinischer Eingriff. Er sollte von bestens geschulten Fachpersonal begleitet und durchgeführt werden.
Dennoch: Kein medizinischer Eingriff ist völlig frei von Nebenwirkungen oder Komplikationen. Gemessen an der Häufigkeit der weltweit durchgeführten Eingriffe und dem angestrebten Ziel sind die publizierten Nebenwirkungen im Vergleich sehr gering.

Im folgenden sind die wichtigsten Begleiterscheinungen oder Komplikationen aufgelistet.

Gefühl des Trockenen Auges

Bei dem Lasern und durch den Schnitt bedingt werden feine Nervenfasern der Hornhaut abgetragen- sie dienen dem Tränenreflexbogen. Nervenfasern regenerieren. In den Wochen nach der Laserbehandlung können Bestandteile des Tränenfilms fehlen, die „Schmierung“ ist mangelhaft.

Häufigkeit: Kommt in etwa 30% der Behandlungen vor, seit Einführung der ultradünnen Flaps seltener.

Problemlösung:
Tränenersatzmittel in den ersten 2 Wochen erhalten Sie von uns im Anschluss an die Behandlung und sollten auch regelmäßig getropft werden.

Flapverschiebung

Der Flap (engl. das Deckelchen) wird am Ende der Lasik zurückgelegt und bindet sich durch Adhäsivkräfte auf das unterliegende Stromabett. In den anschließenden 2 bis 4 Wochen verbinden sich die beiden Flächen am Flaprand narbig. Gerade in den ersten Stunden ist der Flap empfindlich gegen Scherkräfte. Der Flap kann verrutschen. Symptome sind Fremdkörpergefühl und Minderung der Sehleistung.

Häufigkeit: ca. 1%, seit Einführung der Femto- Laser seltener.

Problemlösung:
Unter dem OP-Mikroskop wird der Flap zurückgelegt und ausgestrichen, ggf. die äusserste Hornhautschicht abgetragen und mit einer hauchdünnen Kontaktlinse für 5 Tage gesichert. Die Rekonvaleszenz dauert länger, die volle Sehleistung wird ähnlich wie bei der Lasek erst nach etwa 2 bis 4 Wochen erreicht.

Restfehler

Es verbleibt ein Teil des Sehfehlers. Oder das Abtragungsprofil ist nicht gleichmäßig symmetrisch. Es wird keine volle Sehleistung erreicht.

Häufigkeit:
Unter 7% bei der Behandlung einer Kurzsichtigkeit. Mit der Kürzung der Behandlungsdauer durch High- Speed Excimer Laser der neueren Generation seltener. Bei der Behandlung der Weitsichtigkeit allerdings häufiger als 7%, da die Modulation in der Biomechanik ausgeprägter ist.

Problemlösung:
Nachbehandlungen nach Stabilisierung der Hornhautgeometrie (aufeinanderfolgende Keratographiemessungen sind identisch), meist innerhalb von 3 Monaten, gelegentlich auch früher.

Äußerst selten sind durch eine Laserbehandlung erzeugte Unregelmäßigkeiten in Hornhautgeometrie, die nachkorrigiert werden müssen.
Bei Asymmetrien werden spezielle Korrekturen mit der wellenfrontgeführten Technik- A- CAT, oder der keratographiegeführten Technik, T-CAT, durchgeführt.

Häufigkeit der Notwendigkeit einer T-CAT oder A- CAT Nachbehandlung am Lasikzentrum Optivision Oldenburg®: 5: 1000 Behandlungen.

Infektionen

Im Falle einer Infektion im Interface, das ist die Fläche zwischen Flap und Hornhautgrund, kommt es innerhalb der ersten zwei Tagen nach der Lasik zur Rötung, Schmerzen sowie einer Sehverschlechterung.
Häufigeit : Äußerst selten, da die Hornhaut als Kontaktgewebe zur Aussenwelt über gewebeeigene Enzymsysteme verfügt, die einer bakterielle Besiedlung vorbeugen.
Häufigkeit: 1:5000 bis 1:10000

Problemlösung: Wichtig ist, dass bei plötzlich auftretenden Änderungen umgehend das Laserzentrum kontaktiert wird. Durch intensivierte antibiotische Tropftherapie, Lösen und Unterspülung des Flaps, wird einer weiteren Schädigung durch die Bakterietoxine vorgebeugt.

Keratektasie
Keratektasie

Keratektasie

Die Hornhaut stülpt sich im unteren Anteil nach außen, sie nimmt zunehmend die Form eines hängenden Tropfens an.

Etwa ein Jahr nach der Behandlung, manchmal auch früher, beginnt die Formänderung.

Ursache: Eine vorbestehende Hornhautdeformierung wurde nicht richtig erkannt oder eingeschätzt. So genannte „form fruste“ Varianten eines Keratokonus- das sind Hornhautdystrophien vor allem bei jungen Männern- entwickeln sich nicht weiter, sie halten ihre Form und lassen sich mit Brille oder Kontaktlinse gut korrigieren.
Wird aber eine Lasikbehandlung durchgeführt, führt die gestörte Biomechanik zu einer weiteren Verformung über Jahre.

Häufigkeit: Extrem selten < 1: 10.000

Problemlösung:
Die Hornhaut wird mit Riboflavin, einem Vitamin B-12, über 30min getränkt, dann mit UV- Licht bestrahlt. Hierdurch werden die äußeren Hornhautlamellen neu vernetzt und stabilisiert. Die Hornhautverformung schreitet nicht voran, geht häufig sogar leicht zurück. Es gibt schon 2- Jahresergebnisse solcher mit T-CAT nachgelaserten Hornhäute, um eine Optimierung der Geometrie zu erreichen).

Keraringe
Kunststoffringe werden als Art „Korsett“ nach Tunnelung der Hornhaut unterhalb der stärksten Aussackung eingeschoben.

Vorteil: Es muss nicht weiteres Hornhautgewebe abgetragen werden.