Bei Altersfehlsichtigkeit:
Multifokallinse als Gleitsichtbrille im Auge

Sehen in Nähe und Ferne ohne Brille- die Multifokallinse macht es möglich

In der zweiten Lebenshälfte mit Einsetzen der Altersfehlsichtigkeit kommt der Austausch gegen eine Speziallinse in Betracht. Die augeneigene Linse hat weitgehend ihre Fähigkeit zur Naheinstellung verloren. Der Austausch erfolgt in den Kapselsack, also der Umhüllung der augeneigenen Linse- wie bei der Operation des Grauen Stars (Katarakt). Die vorausgehende Berechnung ist allerdings aufwändiger.
Die Korrekturmöglichkeiten sind praktisch unbegrenzt und im Unterschied zu dem Einsatz zusätzlich implantierter Kunstlinsen, nicht von den anatomischen Gegebenheiten des Auges abhängig. Man spricht von der Clear- Lens Extraction (klarer Linsenextraktion), weil der Austausch aus optischen Gründen, nicht infolge einer Linsentrübung, erfolgt.

Indikationsbreite bei Clear- Lens Extraction

Kurzsichtigkeit auch -10,0 bis über - 20,0dpt., in Einzelfällen auch höher
Weitsichtigkeit über +4,0 dpt. bis +8,0 dpt., in Kombination mit einer Laserbehandlung auch höher
Hornhautkrümmung über 4.0 bis 7,5 dpt., in Einzelanfertigungen durch die Linsenhersteller auch höhere Korrekturen möglich

Bei Altersfehlsichtigkeit ohne Brille nach einer Linsenoperation im Alltag den guten Überblick zu behalten- dieser idealen Lösung ist die Optische Industrie mit der neuen Generation von „Multifokallinsen“ nahe gekommen. Am Lasikzentrum Optivision Oldenburg® wird bei der Voruntersuchung geklärt, ob Sie der ideale Kandidat hierfür sind. Mit dem Excimer- Laser wird ggf. ein Restfehler auf der Hornhaut zu einem späteren Zeitpunkt korrigiert.

Gute Fernsicht mit monofokaler Linse

Monofokale Linsen haben nur einen Brennpunkt- scharfes Sehen ist beispielsweise nur in der Ferne möglich.

Gute Fern- und Nahsicht mit diffraktiver, multifokaler Linse

Diffraktion entsteht durch die Beugung von optischen Strahlen an speziell geformten, rechtwinkligen Zonen auf der Oberfläche der Kunstlinse. Hierdurch entstehen zwei Zonen scharfen Sehens: Eine in der Nähe, die andere in der Ferne. Dazwischen liegt der Intermediärbereich -mit leichtem Abfall in der optischen Qualität.

Eine ausgeglichene Hornhautgeometrie ist eine Voraussetzung, das das Wirkprinzip der Multi- fokallinse voll zur Geltung kommt. Wenn nötig, kann eine "Torische" Multifokallinse eingesetzt werden, oder eine Add- on Linse implantiert werden.

Im Intermediärbereich, also in der Distanz von 0,4 bis 0,7m, ist die Sehleistung in der neuesten Generation von diffraktiven Linsen angepasst worden. Aber: Die Voraussetzung für eine hohe Zufriedenheit ist nicht bei allen Kandidaten gleich.

Einschränkungen
Hohe Brechkraftunterschiede in der Hornhautgeometrie (Astigmatismus oder Stabsichtigkeit) beispielsweise oder verbleibender Restfehler können einen Lasereingriff zum „Fein- Tuning“ etwa 2 Monate nach der Operation notwendig machen. Auch die Notwendigkeit einer „neurosensorischen“ Adaptation- das Gehirn muss sich erst an die Möglichkeiten der neuen Optik gewöhnen- spielt eine Rolle. Bei der Voruntersuchung werden mit Ihnen die Möglichkeiten des multifokalen Sehens besprochen.

Das Kontrastsehen ist wirkungsbedingt schlechter. Dieses spielt bei guten Lichtverhältnissen im Alltag praktisch keine Rolle, kann aber bei Dämmerung von Bedeutung sein.

Moderne Techniken

Das Geheimnis optimaler Sehqualität: Die „apodisierte, asphärische Diffraktionsoptik“

Herkömmliche Multifokallinsen basieren entweder auf dem Prinzip der Lichtbrechung
(Refraktion) oder der Lichtbeugung (Diffraktion). Während bei der Refraktion die Lichtstrahlen beim Passieren einer glatten, kontinuierlichen Linse zu einem festen Brennpunkt hin gekrümmt werden, funktioniert die Diffraktionsoptik über kleine kreisförmige Stufen auf der Linsenoberfläche, deren Abstand zum Rand der Linse hin schmaler wird. An diesen Stufen wird das einfallende Licht gebeugt – ähnlich wie Wasserwellen, die auf ein Hindernis treffen. An den Punkten, an denen sich die resultierenden Lichtwellen wieder schneiden, entstehen scharfe Bilder – also mehrere Bereiche des scharfen Sehens.

Moderne Multifokallinsen kombinieren erstmalig refraktive und diffraktive Optikbereiche und optimieren die Sehqualität darüber hinaus über die so genannte Apodisierung!
Unter Apodisierung versteht man die mikrofeine, graduelle Abnahme der diffraktiven Stufenhöhe zum Rand der Linse hin – dies schafft einen weichen Übergang zwischen Nah- und Fernbrennpunkten und verringert unerwünschte Lichtsensationen auf ein Minimum.

Störende Effekte herkömmlicher diffraktiver Multifokallinsen wie erhöhte Blendempfindlichkeit, Lichthöfe, schlechtes Kontrastsehen und verminderte Nachtsicht werden so minimiert: Bei früheren Modellen traf ein Lichtstrahl auf eine der Stufenkanten, wurde aufgefächert – es kam zu Streueffekten, 20 Prozent des einfallendes Lichtes gingen auf diese Weise verloren.

Mit der Apodisierung werden diese Streueffekte minimiert und die Lichtausbeute auf über 90 Prozent gesteigert – das bedeutet für den Patienten die Reduzierung evtl. Nebeneffekte wie Lichthöfe, Blendempfindlichkeit und Nachtsichtprobleme auf ein Minimum.

Die neueste Generation von Multifokallinsen gleicht darüber hinaus „sphärische Abberationen“ aus – Effekte, die sogar im normalen Augen auftreten. Die älter werdende augeneigene Linse wird im Volumen dicker, auch die Hornhaut verändert ihre Oberflächeneigenschaft im Verhältnis hierzu. Bei herkömmlichen Kunstlinsen wurde dieses Verhältnis nicht berücksichtigt: Strahlen am Randbereich der Linse wurden stärker gebrochen und daher nicht exakt in einem Bildpunkt auf der Netzhaut gebündelt. Das asphärische Linsenmodell optimiert die Bündelung der Lichtstrahlen und bietet daher eine optimale Kontrast- und Tiefenschärfe – eine Sicht „in Hochauflösung“.

Sphärische Aberration Asphärische Korrektur

Aufgrund der hervorragenden Sehqualität, die asphärische Kunstlinsen ehemaligen Katarakt-Patienten bieten, wurde beispielsweise die ReSTOR® Linse der Firma Alcon inzwischen von der amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA auch für die Therapie von reinen Fehlsichtigkeiten zugelassen.

ReSTOR-Multifokallinse
ReSTOR-Multifokallinse

Die ReSTOR-Multifokallinse vereint refraktive optische Zonen im Randbereich der Linse mit einem diffraktiven Bereich in der Linsenmitte. Das Linsenmaterial ist flexibel und hat sich in über 30 Millionen Implantationen als sehr gut verträglich erwiesen. Während der Operation wird die Linse im gefalteten Zustand in das Augeninnere eingeschoben. Dort entfaltet sie sich sanft und wird mit Hilfe kleiner elastischer Bügel verankert.

 

 

 

Die Stufenhöhe nimmt von zentral 1,3 µm auf 0,2 µm am Rand hin ab. Das entspricht ungefähr einem sechzigstel Durchmesser eines Haares oder einem siebtel Durchmesser eines roten Blutkörperchens.